Buchbesprechung : Der reichste Mann der Weltgeschichte : Leben und Werk des Jakob Fugger von Greg Steinmetz

Dieses Buch beschreibt die Lebensgeschichte von Jakob Fugger (1459-1525). Jakob Fugger

Das Buch ist im Wesentlichen nicht gehaltreicher als zum Beispiel das hervorragende Buch von Günter Ogger „Kauf Dir einen Kaiser“. Das interessante aber ist, dass es das erste ursprünglich amerikanische Buch über die Fugger ist. Dies ist insofern interessant, dass in Amerika wirtschaftlicher Erfolg nicht moralisierend betrachtet wird. Dies gibt dem Buch einen angenehm sachlichen Ton, der vielen europäischen Werken derzeit fehlt.

Buchbesprechung : Ich Maximilian, Kaiser der Welt von Peter Prange

Dieses sehr kurzweilige Buch ist ein historischer Roman über Maximilian I. von Habsburg, der den Beinamen “der letzte Ritter” trug. Maximilian war eine hoch interessante Persönlichkeit, die zum Beginn der Neuzeit (1459-1519) am Vorabend der Reformation lebte und die sich daraus ergebenden Herausforderungen meisterte. Seine Heirat mit Maria von Burgund begründete die Rivalität der Habsburger mit den aufstrebenden Bourbonen. Beide Herrscherhäuser bekriegten sich im Kampf um die Überreste Burgunds, dass mit Karl dem Kühnen (1433-1477) untergegangen war. Während dieser Auseinandersetzungen musste sich Maximilian nicht nur mit den Fallgruben der Innenpolitik des Deutschen Reiches mit seinen mächtigen Fürsten und seiner lockeren föderalistischen Struktur beschäftigen sondern auch “nebenbei” die militärische Taktik seiner Zeit revolutionieren (Übergang zu Landsknechtsheeren).

Maximilians Lebensgeschichte ist auch ein Sinnbild für den beginnenden Niedergang des Deutschen Reiches, dass schon damals auf dem besten Weg war den Anschluss an die aufstrebenden Nationalstaaten zu verlieren. Maximilian konnte aber durch die Verbindung mit Burgund die Hausmacht der Habsburger wesentlich stärken.

Mit Maximilian beginnt auch der steile Aufstieg der Fugger, was allerdings in diesem Roman nur beiläufig erwähnt wird.

Peter Prange hält sich sehr eng an die historische Vorlage. Er erfindet lediglich einige Figuren hinzu um die Geschichte flüssiger zu gestalten. Hier sei vor allem seine Mätresse Rosina erwähnt. Der kleinwüchsige Kunz von der Rosen ist zwar so wie im Roman erwähnt eine fiktive Gestalt, aber eine Person dieses Namens hat es in Maximilians Umfeld gegeben. So ist der Besuch Kunzens bei Maximilian im Brügger Gefängnis eine tradierte Geschichte.

Sehr interessant ist auch die Beschreibung der Stimmung des aufstrebenden Bürgertums und der Stände, die damals begannen dem Adel die Stirn zu bieten.

Das Buch ist sehr empfehlenswert und dazu sehr lehrreich. Es ist ein Buch, daß süchtig machen kann und wirklich die Lust am Genre des historischen Romans weckt.

Buchbesprechung : „Ja, aber die Kreuzzüge…“ von Tommy Ballestrem

Über den Autor : Tommy Ballestrem ist ein studierter Wirtschaftswissenschaftler , Politologe und Musiker. Er lebt als freier Komponist in Bayern und ist Mitglied der Band YESBUT (yes-but).

Das Buch umfasst 159 Seiten und ist im Wesentlichen ein Streifzug durch die Geschichte des Christentums mit Fokus auf dessen Einfluss auf die europäische Kultur.

Im letzten Teil geht der Autor auf den Einfluss des Christentums suf die moderne Gesellschaft ein.

Der Autor leitet seine Sicht der Dinge anhand eines Kataloges verschiedener Quellen her und argumentiert sehr nahe an deren Aussagen. Man könnte sagen, dass er im Wesentlichen diese Quellen zusammenfasst und in seinem Buch für eine breite Leserschaft aufbereitet. Besonders positiv erwähnt er das Buch “Toleranz und Gewalt” von Arnold Angenendt. Dieses ist sicherlich auch eine Rezension Wert.

Er stellt dabei immer wieder gegensätzliche Ansichten gegenüber, lässt aber keinen Zweifel daran, dass er sich zum Christentum bekennt.

Das Buch ist neben Vorwort und Einleitung in zwanzig Kapitel (teilweise mit Unterkapiteln) gegliedert. Diese möchte ich hier kurz vorstellen :

Im ersten Kapitel “Die Ursprünge mönchischen Lebens” gibt der Autor einen kurzen Überblick über die Geschichte des christlichen Mönchtums von den Ursprüngen um 300 bis zu Benedikt von Nursia. Dabei geht er auch auf die Rolle der irischen Mönche als Hort des christlichen Glaubens in der Völkerwanderungszeit ein.

Im zweiten Kapitel “Vom Imperium Romanum zum Heiligen Römischen Reich” erzählt der Autor kurz die Völkerwanderungszeit.

Im dritten Kapitel “Kriege und Zwangsmissionierung – trotz oder wegen des Christentums” geht  der Autor auf die Rolle des Christentums im Rahmen des Aufstiegs der Karolinger ein. Hier widerspricht er der (Anmerkung des Rezensenten : übrigens früher gern von deutsch nationalistischen, heute von linksliberalen Diskutanten getätigten) These, das die gewaltsame Vernichtung des langobardischen Reiches und die Bekämpfung der Sachsen inklusive des Blutbades von Verden auf Wunsch der Kirche stattgefunden haben. Hier stellt der Autor die christliche Lehre mit ihrem pazifistischen Hintergrund gegen die politischen Verhältnisse des Frühmittelalters und der germanischen Auffassung vom Kriege entgegen. Er geht auch auf die Ansätze Augustinus zum gerechten Kriege ein ( “bei feindlichen Angriffen, zur Vermeidung von Unrecht nie zur Unterjochung und Eroberung”) und erzählt vom Aufeinanderprallen der antiken mit der stammesgeprägten germanischen Kultur. Als Folge geht er auf die Durchmischung der christlichen mit der germabischen Kultur im Mittelalter und die gefährlich Nähe des Christentums zur Macht ein. Deutlich wird die zivilisatorisch mässigende Wirkung des Christentums auf die germanischen Völker.

Im vierten Kapitel “Blüte und Zerfall der Klöster unter den Karolingern”  wird die zivilisatorische Wirkung der Klöster auf die frühmittelalterliche Gesellschaft beleuchtet.

Im fünften Kapitel “Buchmalerei” beschreibt der Autor kurz die 4 Hochphasen der Buchmalerei als Beispiel der kulturbereichernden Arbeit der Klöster.

Im sechsten Kapitel “Monastische Reformbewegungen im Hochmittelalter” geht der Autor auf die Krise des Mönchtums im 10. Jahrhundert und die verschiedenen Reformbewegungen (Clumiazensische Erneuerungsbewegung, Hirsauer Reformbewegung, Kartäuser etc.).

Im Siebten Kapitel “Bernhard von Clairvaux und die Kreuzzüge beschreibt der Autor die Rolle Bernhards als Zerrissener zwischen “christlichem Ideal und kultureller Selbstverständlichkeit” , zwischen klösterlichem Leben in Askese und einem kriegerischen Leben in Ritterorden. Auch bei der Beschreibung der Kreuzzüge beschreibt er die Ambivalenz von Glauben und kriegerischem Handeln, das damals schon (fortschrittlicherweise) mit den Grindsätzen eines gerechten Krieges begründet wurde. Es wird eine Tasache, die heute gerne vergessen wird erwähnt : Zur Zeit der Kreuzzüge war der Eroberungsdruck des Islams auf Europa sehr gross und die Europäer hatten ja schon die ersten Invasionsversuche abgewehrt. Nach Egon Flaig beschreibt er, dass “die vielfältige europäische Kultur nicht entstanden” wäre, hätten die Kreuzzüge nicht stattgefunden. Er weist auch zu Recht darauf hin, dass die Kreuzzüge im Vergleich zu den säkularen Konflikte des 18. und 19. Jahrhunderts lange nicht so blutig und moralisch besser zu begründen sind.

Im achten Kapitel “Die Gotik” hält sich der Autor an die Begeisterung Huizingas für das Mittelalter, reisst die Fortschritte in der Architektur aber, selbstverständlich für einen Musiker, die Entstehung der mehrstimmigen Gesänge an. Er räumt damit auch mit der eigenartigen, gegenwärtigen Vorstellung vom dunklen Mittelalter auf.

Im Kapitel “Die Kunst als Spiegel der Gesellschaft”  stellt der Autor die Entwicklung des Kunstschaffens im mittelalterlichem Christentum der Kunstentwicklung im Kommunismus gegenüber. Er weist aber auch auf die Unterschiede zwischen der teilweise masslosen weltlichen Kunst und der kirchlichen in der Zeit des Absolutismus hin. Interessant ist der Schlussatz des Kapitels, der auch von Spengler stammen könnte : “Die Kunst im Sozialismus spiegelt dagegen eine Gesellschaft wider, die ihren Sinn für Kultur langsam verliert, weil sie an etwas in sich nicht Schlüssiges glaubt……”

Im zehnten Kapitel “Thomas von Aquin und der Islam” arbeitet der Autor die durch Thomas von Aquin von Aristoteles hergeleitete Hervorhebung menschlicher Vernunft, die Beschäftigung mit und Erforschung der Natur und ihren Einfluss auf die europäische Bildungs- und Wissenstradition heraus. Er stellt dieser Entwicklung jene des Islams gegenüber, der Aristoteles nicht in die eigene Kultur einbringen konnte und so in seiner Entwicklung stehen geblieben ist. Im zweiten Teil stellt er die islamische Lehre der christlichen gegenüber und zitiert den Koran hinsichtlich seiner Lehren zur Behandlung Andersgläubiger, der Stellung der Frau, der Einstellung zum Krieg. Er weist auch darauf hin, dass Aristoteles mitnichten ausschlisslich über arabische Autoren den Weg nach Europa fand.

Im elften Kapitel “Von den Klosterschulen zur Universität” weist er auf die christliche Grundlage der europäischen Universitäten hin, die sowohl als Nachfolgeinstitutionen der Klosterschulen verstanden werden können, als auch zum grossen Teil als christliche Institutionen gegründet wurden.

Im  Kapitel  “Dominikus und Franziskus” beschreibt Ballestrem die Erneuerungsbewegungen der Kirchen im 12. Jahrhundert, die eine Abkehr von weltlichen Gütern beschworen. Dazu gehören auch die Franziskaner und Dominikaner. Diesen Bewegungen war der Wunsch nach Abkehr vom kirchlichen Pomp, die Bewegung zirück zu den Anfängen der Kirche gemein.

Im nächsten Kapitel beleuchtet derr Autor das dunkle Kapitel der Inquisition.  Er räumt zunächst mit den üblichen umlaufenden horrenden Opferzahlen der Inquisition auf, beleuchtet die verschiedenen spielarten derInquisition, die im 13. Jahrhundert mit den Katharer-Prozessen begann. Erhellend ist der Vergleich zu den Opferzahlen der französischen Revolution in deren Verlauf in kurzer Zeit 50.000 Menschen zu Tode kamen. Er weist darauf hon, dass die Inquisition dort am schlimmsten gewütet hat, wo sie nicht unter der Kontrolle der Kirche stand.

Das nächte Kapitel  “Die Pervertierung des Christlichen” beleuchtet die Abweichung von christlichen Glaubensgrundlagen im Mittelalter und der Renaissance. Erwähnenswert sind hierbei die drastischen Schilderungen der Pervertierung der Messen und Umzüge in dieser Zeit. Auch die Heiligenverehrung, die Züge eines heidnischen Götzentums (Heilige als Bringer von Wundertaten und Strafen, nicht als Fürsprecher vor Gott). Kein Wunder ist es dann auch, daß man Heiligen nicht die Totenruhe ließ sondern sie zerstückelte und Teile von ihnen als Glücksbringer aufbewahrte. Eigentlich beschreibt Ballestrem ein Phänomen, daß man auch heutzutage immer wieder beobachten kann und die Menschheit durch alle Zeiten begleitet : Jede gesellschaftliche oder technologische Änderung ist immer wieder eine Basis, auf die das Ordinäre aufsetzen kann. Die beginnende Neuzeit führte zu umfassenden Verwerfungen des aus dem Mittelalter tradierten Wertevestädnisses.

Diese beschriebene Pervertierung war nun auch eine Grundlage für die größte Perversion des Christentums, die Hexenverfolgung, die im folgenden Kapitel beschrieben wird. Gleichwohl sind fast sämtliche Mythen, die seit dem 20. Jahrhundert zur Hexenverfolgung kursieren falsch : Die Hexenverfolgung war nicht mittelalterlich, sondern frühneuzeitlich. Sie war nicht von der Kirche getrieben, sondern in der Regel von weltlichen Richtern. Sie wurde nicht von der Kirche angeheizt sondern eher bekämpft und in den dunkleren Zeiten geduldet. Luther hat sie nicht bekämpft sondern in Worten unterstützt. Es sind nicht Millionen sondern ca. 50.000 Menschen in einem Zeitraum von 350 Jahren umgekommen.

Dazu möchte ich als Autor dieses Blogs ergänzen :  Das ist eine moralische Katastrophe aber damit kann die Hexenverfolgung nicht im Ansatz mit den antikirchlichen Ideologien des 20. Jahrhunderts, dem Nationalsozialismus und dem Kommunismus mithalten, die in wenigen Jahren jeweils mehrere Millionen Menschen umgebracht haben. Auch während der Terrorherrscaft im Rahmen der französischen Revolution (1793-94) wurden innerhalb eines Jahres zwischen 25000 und 40000 Menschen umgebracht.

Die positive Rolle des Christentums beschreibt Ballestrem im Kapitel „Wie das Christentum die Welt veränderte“. Beginnend von der Gegnerschaft des Christentums gegen die Sklaverei, wo sich auch Aufklärer wie Hobbes, Locke , Humes oder Montesquieu nicht mit Ruhm bekleckerten. Auch die Erwähnung der Proteste der Franziskaner gegen die Ausbeutung indianischer Zwangsarbeiter oder die Bulle „Sublimis Deus“ Papst Pauls III. von 1538 wirft helles Licht auf die moralisierende Wirkung der Kirche in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche. Christliche Bewegungen lagen der Abschaffung der Sklaverei im 19. Jahrhundert zugrunde.

Abschliessend vergleicht Ballestrem noch diese Entwicklung mit der im Islam : Im Islam war die Anzahl der Sklaven nicht nur wesentlich höher, es gab auch keinen begrenzenden Einfluss der Religion. Sklaverei wurde in der islamischen Welt auf Druck von außen (nämlich seitens der christlichen Staaten) abgeschafft. Sklaverei war in Marokko bis 1922, im Irak und Iran bis 1929, bis 1962 im Jemen und 1963 in Saudi Arabien (wo es bis dahin Sklavenmärkte gab) möglich. Im Sudan werden Christen versklavt und müssen durch internationale christliche Organisationen freigekauft werden.

 

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Auf diesen Seiten möchte ich meine Meinung und meine Erlebnisse zu verschiedensten Themen kundtun. Beruflich arbeite ich als Projektmanager und Entwickler im Bereich der Softwareentwicklung. Meine fachlichen Kompetenzen sind dabei die Datenbankentwicklung und -administration ( hauptsächlich mit Oracle ), Webseitenentwicklung mit PHP, Java, C# und diverse Skriptsprachen,  Applikationsentwicklung unter Windows, Unix und Linux und die Leitung von Softwareprojekten.

Daneben beschäftige ich mich privat mit Geschichte und Geschichtsphilosophie, Religion, Politik und naturwissenschaftlichen Themen.